Von der Familie Burkard zu Saint-Gobain

Die Sika AG (Sika) ist ein Schweizer Spezialchemieunternehmen mit marktführender Position in der Entwicklung und Herstellung von Systemen und Produkten für die Bereiche Kleben, Dichten, Dämpfen, Verstärkung und Schutz im Bau- und Fertigungssektor. Sika wurde von unserer Familie 1910 gegründet. Das Unternehmen profitierte damit von Anfang an von den Vorteilen eines verlässlichen Hauptaktionärs. Die Aktien sind heute in der familieneigenen Schenker-Winkler Holding konzentriert. Die SWH verfügt über 53% der Stimmen und 16% des Kapitals an Sika. Die Familie Burkard braucht eine Nachfolgeregelung. Seit mehreren Jahren übt kein Mitglied der Familie Burkard mehr eine operative Funktion bei Sika aus. In einem strukturierten Prozess wurde deshalb eine geeignete Nachfolge gesucht. Am 8. Dezember 2014 stellten wir Saint-Gobain als Käufer der SWH vor. Saint-Gobain ist ein 350 Jahre altes französisches Unternehmen, Weltmarktführer im Bereich Baumaterialien. Eine hohe industrielle Logik zeichnet die gewählte Nachfolgelösung aus – mit Wertschöpfungspotenzialen, die zum Wohle der Sika und aller Sika-Aktionäre genutzt werden können.

Die Transaktion kommt zu einem Zeitpunkt, da Sika aus einer Position der Stärke die Kooperation mit Saint-Gobain aufgleisen kann. Mit dem Verkauf der SWH an Saint-Gobain wird Sika weiter gestärkt. Sika profitiert von zusätzlichem Wachstumspotenzial.

Transaktion im Überblick

Unsere Familie ist stolz auf die gemeinsame Geschichte mit Sika. Ausschlaggebend für unsere Entscheidung, die SWH zu verkaufen, sind familiäre Gründe: Die fünfte Generation zählt 11 Personen und hat keinen Bezug mehr zum Unternehmen. Seit mehreren Jahren ist kein Familienmitglied mehr in das operative Geschäft der Sika involviert. Gleichzeitig glauben wir, dass ein stabiler Eigentümer der SWH nach wie vor das Beste für Sika ist. Nur ein derartiger Aktionär bietet die Gewähr, dass die Sika nicht zum Spielball der Finanzmärkte wird. Darum sind wir überzeugt, dass der Verkauf an einen stabilen, langfristig orientierten Käufer sinnvoll ist. Für uns kam nur ein Partner in Frage, der sich der Kultur von Sika verpflichtet fühlt und wirtschaftlich stark genug ist, das künftige Wachstum und die langfristigen Ziele des Unternehmens zu fördern.

Wir haben ein umfassendes Auswahlverfahren durchgeführt und eine Reihe von Angeboten erhalten, die wir allesamt sorgfältig prüften. Am Ende dieses Prozesses haben wir Saint-Gobain gewählt. Dies vor allem wegen ihrer Zusagen, Sika zu erhalten. Saint-Gobain ist langfristig orientiert und bietet die nötige Stabilität, was im zyklischen Baugeschäft ein grosser Vorteil ist. Dieser Schulterschluss ist keine Fusion, die durch Überschneidungen und Doppelspurigkeiten geprägt ist, sondern erlaubt die Zusammenarbeit von zwei starken Partnern, wodurch zahlreiche positive Synergien ausgenutzt werden können. Sika ist eine hervorragende Firma – und Sika soll Sika bleiben. Es ist eine der Stärken der vorgeschlagenen Transaktion, dass sich Sika im bewährten Rahmen weiter entwickeln und gleichzeitig von den Synergien mit Saint-Gobain profitieren kann.

Am 8. Dezember 2014 haben wir den Verkaufsvertrag unterzeichnet. Trotzdem konnte die Transaktion bisher nicht vollzogen werden, weil der Sika-Verwaltungsrat die Stimmrechte der SWH an zwei Generalversammlungen eingeschränkt und sich geweigert hat, Saint-Gobain als neuen Besitzer der SWH anzuerkennen. Weitere Informationen über diese willkürliche Beschränkung der SWH-Stimmrechte und die von uns im Gegenzug ergriffenen Massnahmen können Sie hier finden.

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Sika und die Familie Burkard

Geschichte und Tradition

Sika wurde 1910 von Kaspar Winkler gegründet. Heute ist das Unternehmen ein weltweit tätiges Spezialchemieunternehmen mit Sitz in Baar (Schweiz).

Ursprünglich verkaufte die Firma Schutz- und Reinigungsmittel für Granit und produzierte einen Abdichtungsmörtel namens Sika. 1950 war die Firma für das Abdichten von 67 Tunneln der Schweizerischen Bundesbahnen verantwortlich und besass einige Niederlassungen in Europa, Amerika und Asien. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts wuchs das Unternehmen zu einer global tätigen Firma mit einer umfassenden Produktepalette.

1928 trat Fritz Schenker, Kaspar Winklers Schwiegersohn, in die Firma ein und übernahm 1932 die Geschäftsführung der Sika. Nach zwanzig Jahren an der Spitze des Unternehmens wurde Fritz Schenker Präsident des Verwaltungsrats. Er übergab die Leitung von Sika an seinen Schwiegersohn Romuald Burkard, unseren Vater. Im Jahr 1930 wurde die Schenker-Winkler Holding (ursprünglich „Sika Holding Aktiengesellschaft“, Glarus) gegründet und ist seitdem die Hauptaktionaktionärin von Sika. Unter Romuald Burkards Führung wurde das Unternehmen an der Schweizer Börse kotiert. Romuald Burkard war verantwortlich für die unternehmensweite Einführung des „Sika-Spirit“. Dieser prägt Arbeitsweise, Verhalten und Entwicklung der Sika-Mitarbeiter und bildet die einzigartige Kultur des Unternehmens. Romuald Burkard war bis zu seinem Ruhestand 1990 Präsident von Sika. Für mehr als 100 Jahre spielte unsere Familie eine wesentliche Rolle in der Geschichte der Sika. So halfen wir beispielsweise mit privaten Mitteln, um die Ausschüttung der Dividende an die Publikumsaktionäre über mehrere Jahre zu gewährleisten. Während Romuald Burkards Sohn, Urs Burkard, seit 1990 Sika-Verwaltungsrat ist, war sein zweiter Sohn, Fritz Burkard, bis 2012 als letztes Mitglied unserer Familie im operativen Geschäft von Sika tätig. Heute ist niemand der vierten Generation mehr im operativen Geschäft involviert.

Botschaft von Urs Burkard

Saint-Gobain: Der richtige strategische Partner

Vielen Dank für Ihren Besuch auf dieser Website. Ich bin Urs Burkard, Mitglied des Verwaltungsrats der Sika.

Unsere Familie ist stolz auf die Geschichte der Sika. Unsere Entscheidung, die Kontrolle der SWH, der Hauptaktionärin von Sika, auf Saint-Gobain zu übertragen, hat familiäre Gründe. Die nächste Generation ist am Geschäft nicht interessiert. Seit mehreren Jahren ist kein Familienmitglied mehr in das operative Geschäft von Sika involviert. Wir sind eine Familie, und kein grosses Industrieunternehmen. Unsere Möglichkeiten sind begrenzt, die Wachstumsstrategie von Sika wirtschaftlich zu unterstützen. In einer Welt mit zunehmendem globalem Wettbewerb werden aber diejenigen Unternehmen erfolgreich sein, die Zugang zu Wachstumsressourcen und zu unterschiedlichen Märkten haben. Die Zeit für ein neues Kapitel in der Geschichte von Sika ist deshalb reif.

Unsere Nachfolgeregelung für die SWH wurde vor über einem Jahr bekannt. Seither wurde in der Öffentlichkeit viel über den Vertrag mit Saint-Gobain debattiert. Wesentliche Fakten wurden missverstanden oder falsch dargestellt. Wir haben diese Website kreiert, um klarzustellen, dass unsere Pläne im besten Interesse des Unternehmens Sika und deren Mitarbeitenden sind. Wir wollen mit dieser Website erklären, warum Saint-Gobain als neuer Eigentümer der SWH die richtige Wahl ist. Kurz gesagt: Saint-Gobain ist der richtige Partner, um Sikas Erfolg im bewährten Rahmen fortzuführen.

Für uns als Familie ist es die verantwortungsvollste Lösung, unsere Aktien an der SWH an einen langfristig orientierten Aktionär zu übertragen, der die Tradition und Eigenständigkeit von Sika wahren wird und gleichzeitig in der Lage ist, weiteres Wachstum zu ermöglichen.”

URS BURKARD, SPRECHER DER FAMILIE UND VERWALTUNGSRAT DER SIKA